Simultandolmetschen und Konsekutivdolmetschen sind die beiden wichtigsten Formen des Dolmetschens gesprochener Sprache.
Beim Simultandolmetschen wird in Echtzeit gedolmetscht, während der Redner spricht.
Beim Konsekutivdolmetschen folgt auf jede Sprechpause die Wiedergabe des Dolmetschers.
Die Wahl des falschen Modus kostet Zeit, unterbricht den Fluss oder geht am Publikum vorbei. In diesem Artikel wird der Unterschied und der jeweilige Anwendungsfall erläutert.
Was ist Simultandolmetschen?
Beim Simultandolmetschen wird in Echtzeit gedolmetscht, während der Redner noch spricht. Der Dolmetscher arbeitet in einer schalldichten Kabine, hört über Kopfhörer zu und spricht in ein Mikrofon. Die Zuhörer hören die Verdolmetschung über einen Empfänger auf dem von ihnen gewählten Sprachkanal.
Dieser Modus erfordert zwei Dolmetscher pro Sprachpaar, die sich alle 20 bis 30 Minuten abwechseln, um die kognitive Belastung bewältigen zu können. Es ist der Standard für große internationale Konferenzen, multilaterale Verhandlungen und Veranstaltungen, bei denen mehrere Sprachkanäle parallel laufen.
Simultandolmetschen wird auch aus der Ferne durch Remote-Simultandolmetschen (RSI) bereitgestellt: Die Dolmetscher stellen die Verbindung von einem entfernten Knotenpunkt oder von zu Hause aus her, und die Teilnehmer erhalten den Ton über eine Plattform oder eine App. RSI hat den Zugang zum Simultandolmetschen für hybride und vollständig virtuelle Veranstaltungen erweitert.
Was ist Konsekutivdolmetschen?
Beim Konsekutivdolmetschen erfolgt die Wiedergabe, nachdem der Redner einen Abschnitt beendet hat, in der Regel nach ein bis fünf Minuten. Der Dolmetscher hört zu, macht Notizen und gibt die Botschaft in der Zielsprache wieder, sobald der Redner pausiert.
Für diesen Modus sind weder Kabinenausrüstung noch Empfängerhardware erforderlich. Er eignet sich für kleinere, interaktive Situationen: bilaterale Treffen, Zeugenvernehmungen, medizinische Konsultationen, Ortsbesichtigungen und Pressegespräche mit begrenzten Sprachkombinationen.
Der Nachteil besteht in der zeitlichen Komponente. Eine Konsekutivsitzung dauert etwa doppelt so lange, da jede Aussage zweimal vorgetragen wird. Bei Veranstaltungen mit vielen Rednern oder einem engen Zeitplan wird dies zu einem echten Nachteil.
Wie trifft man die Wahl zwischen Simultan- und Konsekutivdolmetschen?
Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: Größe des Publikums, Sitzungsformat und Zeit.
Wenn Sie eine Konferenz, ein Gipfeltreffen oder eine Versammlung mit mehr als 30 Teilnehmern und mehr als zwei Sprachpaaren ausrichten, ist Simultandolmetschen am praktikabelsten. In diesem Rahmen werden die Sitzungen mit dem Konsekutivdolmetschen unüberschaubar lang und für die Zuhörer schwer zu verfolgen.
Wenn Sie eine kleine Delegationssitzung, ein Gerichtsverfahren oder einen Vor-Ort-Besuch leiten, bei dem die Gespräche wirklich zweiseitig sind und das Tempo weniger wichtig ist als die Präzision, ist Konsekutivdolmetschen besser geeignet. Es gibt keine zusätzliche technische Ausstattung, und der Dolmetscher kann auf eine Weise nachfragen, die im Simultanmodus nicht möglich ist.
Wenn es sich um eine gemischte Veranstaltung mit Teilnehmern aus dem Saal und aus der Ferne handelt, bietet RSI Simultandolmetschen ohne die gesamte Kabineninfrastruktur, was es zum Standard für verteilte mehrsprachige Veranstaltungen macht.
Bereitstellung vor Ort oder aus der Ferne?
Die Entscheidung zwischen Simultan- und Konsekutivdolmetschen ist unabhängig von der Frage, ob das Dolmetschen vor Ort oder aus der Ferne erfolgt. Beide Dolmetscharten können persönlich bereitgestellt werden. Simultandolmetschen kann auch aus der Ferne über RSI-Plattformen angeboten werden. Das Konsekutivdolmetschen erfolgt selten aus der Ferne, da die natürlichen Pausen und der Rhythmus der Notizen über eine Videoverbindung schwieriger zu handhaben sind.
Bei Veranstaltungen vor Ort, bei denen die physische Präsenz, das Protokoll und die Interaktionsdynamik eine Rolle spielen, bleibt die Bereitstellung vor Ort durch einen Managed-Service-Provider der Standard. Bei der COP30 führte Acolad an 11 Tagen 885 Dolmetschersitzungen durch. Ein gutes Beispiel dafür, wie verwaltetes Simultandolmetschen in großem Maßstab aussieht.
Wichtigste Erkenntnisse
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Das Simultandolmetschen erfolgt in Echtzeit über die Kabine und die Empfänger. Es ist der Standard für Konferenzen, multilaterale Veranstaltungen und Sitzungen mit mehreren Sprachpaaren.
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Das Konsekutivdolmetschen erfolgt nach jeder Sprechpause. Es eignet sich für kleinere, bilaterale Kontexte, in denen Präzision wichtiger ist als Tempo.
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Beim Simultandolmetschen halbiert sich die Sitzungsdauer im Vergleich zum Konsekutivdolmetschen etwa. Bei Veranstaltungen mit engen Zeitplänen und großem Publikum ist dies eine klare praktische Einschränkung.
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RSI bietet Simultandolmetschen aus der Ferne, ohne komplette Kabineninfrastruktur, und ist inzwischen der Standard für hybride und virtuelle mehrsprachige Veranstaltungen.
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Wenn Sie unsicher sind, welche Dolmetschart für Ihre Situation geeignet ist, sollten Sie sich weitergehende Fragen stellen. Fragen zum Setting, der Größe des Publikums und der Anzahl der Sprachpaare.